Mittwoch, 09.01.08 23h10 | ajo
Trends '08 - wohin die Reise geht Das Jahr 2007 brachte das Web 2.0 total, das Iphone, echtes Breitbandinternet mit Videos für jeden, Windows Vista und Mac OS 10.5, quer durch viele Branchen ansehnliches Wachstum, Übernahmen im ganz großen Stil und natuerlich auch der große Dämpfer durch die Finanzkrise und Immobilienkrise aus USA, hohe Ölpreise und geringe Dollarkurse. Natürlich könnte man diese Liste endlos erweitern und jeder hat nach 3 Minuten seine eigene Sicht auf die nahe Vergangenheit.

Was bleibt und was ändert sich, insbeondere im Umfeld der digitalen Medien 2008. Mit was kann man rechnen und wohin wird sich der digitale Markt bewegen?
Unter anderem wird als Nachfolger von "Web 2.0" bereits von "Web 3.0" gesprochen. Gemeint ist damit nicht mehr nur das entfesselte Kommunikationspotential des Internet im Web 2.0. "Web 3.0" wird dies für die gesamte Wertschöpfungskette der Unternehmen tun. Konkret: E-Commerce steht zu Beginn des nächsten Jahrzehnts vor einem erneuten Umbruch. Statt Konsumenten werden unter anderem autonome Software-Agenten auf Eikaufstouren gehen. Die Logistik der Warenströme in Raum und Zeit sind um eine weitere Dimension, nämlich der computerlesbaren Kundenwünsche ergänzt. Im Web 3.0 wird man Märkte aufgrund Ihrer Komplexität nicht wie bisher in Form von überschaubaren Handeslplätzen überschauen können. Vielmehr werden Software-Agenten die globalen Angebote, Nachfragen und Preisbildungen koordinieren. Die Konsumenten schicken sozusagen Ihre Agenten, um automatisch bei Produzenten anzufragen, ob es ein bestimmtes Produkt zum Zielpreis irgendwo auf der Welt prodziert oder ob es produziert werden kann. Damit wird die Marktzone ausgeweitet und individuelle Kundenwünsche gegenüer der globalisierten Produktion koordiniert. Und damit erreicht man eine gesteigerte Informationstransparenz auf globalen und lokalen Märkten. Der Markt verändert sich somit vom begrenzten Handelsplatz des traditionellen E-Commerce hin zu einem unsichtbar vernetzten Überallmarkt.

Andere Trends gehen Richtung 3D-Druckergeräte - welche mittlerweile von den Kosten vergleichbar zu Schriftsatz-Maschinen zur Zeit der Desktop-Publishing-Revolution gesunken sind. Und dies bedeutet eine Revolution und einen "Aufbruch in neue Welten" - so O'Reilly (Web 2.0 Begründer). Wir treten damit in das Zeitalter der Maßfertigung ein - und die Internetnutzer werden immer mehr Dinge selbst herstellen. Kurz: "Mass Customization" (Quelle HighText Verlag, ibusiness)

Im Consumerbereich wird uns auch 2008 Apple, Microsoft, und alle großen Electronics-Hersteller mit vielen Innovationen erfreuen - die CES macht den Anfang. Dort steigen die Auflösungen der Displays weiter, und alles wird dünner und natürlich energiesparender. Ausserdem kommen die sogenannten Solid State Discs (also Festplatten ohne bewegliche Teile) mit sehr hohen Geschwindigkeiten und extremer Unempfindlichkeit. Die Macworld folgt am 15. Jänner - und in den Rumors-Foren wird natürlich heiss spekuliert. Ganz oben stehen neue innovative Notebooks und das 3G-Iphone von Apple. Ausserdem wird spekuliert, dass das Thema Multitouch in die Arbeitswelt Einzug nehmen könnte (Tablett-Notebooks mit Multitouch-Mousepads/Displays).

Am Ende des Artikels und zu Beginn des neuen Jahres noch die 10 heißesten und einflußreichsten Trends, Tendenzen und Technologien - zusammengestellt vom dänischen "Innovation Lab":

Hotlist der zehn heißesten Trends und Tendenzen:

1. CustomerMade/Mass Customisation (Bsp. Lego)

2. Geo-Awareness (eine Datenbank weiss wo man gerade steckt und macht lokale Produktangebote aufgrund von Kaufgewohnheiten - (Bsp.: www.places.com)

3. Thing Connection - Dinge sprechen miteinander und wissen genau wo diese sich befinden (Ubiquitous Computing und RFID)

4. Virtual worlds - second life

5. Web-applikations next generation - Anwendungen wandern vom PC ins Web und werden sozial (Bsp. Chatsum.com und ning.com)

6. Digital product placement - virtuelle Anzeigen absolut treffend und zielgruppengenau

7. Web video (youtube.com)

8. Mixed reality - die Fusion von digitalen, virtuellen und physikalischen Produkten. Beispielsweise das TV-Produktionstool "War Board Production" der BBC (http://en.wikipedia.org/wiki/War_Production_Board)

9. Expanded Search - intelligente Suchmaschinen (last.fm, smartbox.search.aol.com)

10. Humanitarian technology - Der Kapitalismus wird sozial weil das soziale Kaptial bringt - 100 Dollar Laptop, Billig-Handys Bsp. Talking Sticks, ...
(Quelle: HightText Verlag)
permalink | 0 comments | add comment